François Tosquelles: Ergotherapie, Vagabondage und instituierende Sorge
Isabell Lorey auf der Konferenz TOSQUELLES transversal
In seiner revolutionären psychiatrischen Praxis betont François Tosquelles, dass Institutionen nur dann Sorge tragen können, wenn sich alle um die Institution sorgen. Im Prozess der Instituierung erodiert die instituierende Sorge die Mauern der Institution, breitet sich auf die Umgebung aus und lässt sich transversal durchdringen. Als eine Form des Vagabundierens bleibt die instituierende Sorge schräg und fremd und verbündet sich mit dem Widerstand. Eine der vielen Inspirationen für diese Praktiken kam von der reformatorischen psychiatrischen Ergotherapie von Hermann Simon, dem Direktor der psychiatrischen Klinik in Gütersloh, Nordrhein-Westfalen, der Ende der 1920er Jahre zunehmend biologistische und sozialdarwinistische Positionen vertrat. Tosquelles kaperte Simons reformistische Praktiken, wendete sie, um sie revolutionär einzusetzen.
François Tosquelles: Ergotherapie, Vagabondage und instituierende Sorge
Vortrag von Isabell Lorey auf der Konferenz TOSQUELLES transversal
3. Oktober 2025, Akademie der bildenden Künste Wien, Schillerplatz 3
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